"Die Sterntaler" (nach Gebr. Grimm) 

 

Einstimmung:
Zu Beginn  setzen sich alle in einen Kreis oder suchen sich eine gemütliche Haltung. Auf einem Tisch liegen
ein Stück Brot, eine Mütze, eine Jacke und ein Hemd. Sie werden im Laufe der Geschichte gezeigt und untermalen das Gehörte.
 

Nun erzählt der Vorleser, dass das Märchen"Sterntaler" heißt und fragt, was damit gemeint sein oder was ein Sterntaler sein könnte.

Nachdem alle die Gelegenheit hatten, ihre Vermutungen zu den Sterntalern zu äußern, beginnt das Vorlesen.

 

Die Sterntaler

Es war einmal ein kleines Mädchen. Das war ganz allein, denn sein Vater und seine Mutter waren gestorben. Es war sehr arm, es hatte kein Zimmer, in dem es wohnen konnte und kein Bett, in dem es schlafen konnte. Es hatte nur noch die Kleider, die es gerade trug und ein Stück Brot in der Hand. Das Brot hatte ihm ein mitleidiger Mensch geschenkt.

Kinder haben immer großes Mitgefühl mit dem Schicksal des Mädchens. Manchehaben Zweifel, dass die geschilderte Konstellation überhaupt möglich ist. Icherwähne dann, dass die Geschichte in schweren Zeiten spielt. Die Schüler ausBrennpunktbereichen kennen Mangel und bekommen auch entsprechende Gesprächeunter den Erwachsenen mit.

Es war aber ein gutes und frommes Kind. Und weil es so von aller Welt verloren war, ging es im Vertrauen auf Gott aus der Stadt hinaus aufs Feld.

 

An dieser Stelle ist es wichtig zu klären, wohin das Kind geht: im Vertrauen auf Gott geht es in die Einsamkeit.

 

Da begegnete ihm auf dem Weg ein armer Mann. Der fragte: "Ach gib mir bitte etwas zu essen! Ich bin so hungrig." Da gab das Kind dem Mann das ganze Stückchen Brot und ging weiter.  

Da kam ein Junge vorbei, der jammerte und sprach: " Mir ist so kalt, ich friere so sehr! Bitte gib mir etwas, damit mir wieder warm wird." Da zog das Mädchen seine Jacke aus und gab sie dem Jungen.  

Nach einer Weile kam wieder ein Kind. Ihm war es sehr kalt am Kopf. Es sprach: "Es friert mich so am Kopf, bitte gib mir Deine Mütze!" Da nahm es seine Mütze ab und gab sie dem Kind.

 

Jetzt ist erneut Gelegenheit, über das Geschehene zu sprechen. Die meisten Kinder haben viel Verständnis für das freigiebige Verhalten des Mädchens. sie verstehen, dass im Land wohl große Not herrscht.

 

Endlich gelangte es in einen Wald. Es war schon dunkel geworden und da begegnete ihm noch ein Kind, das bat um ein Hemdchen. Das fromme Mädchen dachte: " Es ist dunkle Nacht, da sieht mich niemand. Das Hemdchen kann ich wohl weitergeben." Da zog es sein Hemdchen aus und gab es dem frierenden Kind.

 

Die Situation des armen Mädchens bekommt eine weitere Dramatik, die von einigen Kindern erkannt wird: Das arme Mädchen sieht keine Zukunft auf Erden für sich und ist bereit zu sterben. Dieses Thema greife ich nur auf, wenn sie von den Zuhörenden angesprochen wird. 

 

Und wie es so stand und gar nichts mehr hatte, da fielen auf einmal Sterne vom Himmel und waren lauter echte Goldtaler! Und plötzlich hatte das Mädchen wieder ein wunderschönes Hemdchen an!  da sammelte es all die Goldtaler vom Boden auf und war reich bis an sein Lebensende!

 

Hier lasse ich, während des Erzählens goldenes Spielgeld auf den Boden fallen. Das Ende der Geschichte gefällt allen Kindern. Sofort ist  klar, dass auf gute Taten Belohnung folgen kann.Oft werden dann ähnliche eigene Erlebnisse erzählt.

Da die Requisiten schon vorhanden sind, kann sich ein Spiel des Märchens aus dem Stehgreif gleich anschließen.

 

Gerne malen die Schüler dazu ein Bild, z.B. der Szene in der Geschichte, die ihnen am besten gefallen hat.